Japan’s Peace Consolidation Diplomacy

Gilson, Julie (2007): „Building Peace or Following the Leader? Japan’s Peace Consolidation Diplomacy“. In: Pacific Affairs 80: 1. 27–47.

Der Artikel von Julie Gilson erläutert, wie Japan bzw. die japanische Regierung und deren Institutionen Entwicklungshilfe (ODA = official development assistance) und friedenserhaltende Maßnahmen (PKO = Peace-keeping operations) miteinander verbindet. Historisch betrachtet war es für Japan problematisch, eine friedenserhaltende Rolle durch Entsendungen der Selbstverteidigungsstreitkräfte (SDF) einzunehmen. Doch nach dem PKO-Gesetz von 1992 versucht Japan sich mehr und mehr an internationalen friedenserhaltenden Maßnahmen zu beteiligen und somit anstelle einer kritisierten „Scheckbuch – Diplomatie“ eine „peace consolidation diplomacy“ zu betreiben. Hierbei stellt sich die Frage, ob Japan in seinen Entscheidungen und in der Wahl seines Diplomatiestils weitestgehend von den USA geprägt (oder gar dominiert) wird oder inwieweit solche Entscheidungen innerjapanisch gefällt werden.

Die Autorin veranschaulicht den neuen Ansatz des japanischen Diplomatiestils in Form von drei Säulen. Zunächst ist es das Vorantreiben des Friedensprozesses, weiter der Erhalt der innerjapanischen Stabilität und Sicherheit und schließlich die humanitäre (Wieder-) Aufbauhilfe. Zusammenfassend wird die japanische Politik als reaktiv und ad-hoc bezeichnet. Gilson verweist auf die polity-Defizite Japans und konstatiert: „much more could be done“(46).

Der Aufsatz stellt eine gute Übersicht über die Ziele, Gesetzgebungsprozesse sowie innere und äußere Faktoren der „peace consolidation diplomacy“ Japans dar. Somit wird ein äußerst fakten- und aufschlussreicher Einblick in die aktuelle Außenpolitik gewährt. Durch die Betrachtung des innerjapanischen Diskurses wird zudem die Außenpolitik nachvollziehbar und in ihrer gesamten Bandbreite aufgezeigt. Vor allem auch, weil sie nicht isoliert vom innenpolitischen Diskurs demonstriert wird. Jedoch ist der Artikel sehr komplex und setzt ein gewisses Maß an politischer Kenntnis voraus.
WV