Media Representations on the Popularity of a Korean Melodram in Japan

Hayashi, Kaori/Lee, Eung-Jun (2007): “The Potential of Fandom and the Limits of Soft Power: Media Representations on the Popularity of a Korean Melodram in Japan”. In: Social Science Japan Journal 10: 2. 197–216.

Fernsehen verbindet – auch über Ländergrenzen hinweg. Mit dem überaus populären koreanischen dorama „Fuyu no Sonata“ und seinem Hauptdarsteller Bae Yong-Jun/Yon-Sama erreichte die „Korean Wave“ 2004 Japan und zog eine breite Diskussion des medialen Koreabildes in beiden Ländern nach sich.

Am erwähnten Beispiel „Fuyu no Sonata“ stellen Hayashi und Lee in ihrem Aufsatz die unterschiedlichen Rezeptionen und die Berichterstattung über das Dorama in Japan und Korea dar. Dabei stützen sie sich auf Inhaltsanalysen japanischer wie koreanischer Zeitungen und Zeitschriften sowie eine Untersuchung der Fanpost von „Fuyu Sonata“-Zuschauern und Internetquellen wie beispielsweise Fanseiten.

Anschaulich zeigen die Autorinnen, wie die Beliebtheit von „Fuyu no Sonata“ in Japan in erster Linie als „social phenomenon by middle-aged female fans seeking male stars and gossip“ (203) dargestellt und ein einseitiges, negatives Image von Zuschauerinnen als Karikatur der obasan oder obatarian konstruiert wird. Im Gegensatz dazu erwähnen die koreanischen Medien „Fuyu no Sonata“ vor allem unter dem selbstzentrierten Gesichtspunkt der Popularität koreanischer Serien in Asien und verbinden dies mit dem Selbstbild des kreativen, den asiatischen Markt vereinigenden Koreas.

Hayashi und Lee beschäftigen sich ebenfalls mit sowohl positiven als auch negativen Auswirkungen der neuen Medienpräsenz Koreas, etwa in der „Anti-Korea-Wave“ oder einer sich intensivierenden Kommunikation zwischen koreanischen und japanischen Fangruppen im Internet. Auch wenn die Autorinnen keine signifikante Veränderung von Korea- und Japanbildern in den jeweiligen Ländern feststellen, sehen sie in „Fuyu no Sonata“ doch den Beleg eines neuen Abschnitts in den bilateralen Beziehungen. Diese werden von einer politischen und kritisch-historischen Diskussion um die Ebene der Populärkultur erweitert.

Den Autorinnen gelingt es sehr dezidiert, unter Verwendung japanischer und koreanischer Quellen, die unterschiedlichen nationalen Interpretationsweisen darzustellen. Diese binationale Perspektive, erweitert um den Blick auf die Fankultur, bietet viele Möglichkeiten, an der Diskussion anzuknüpfen und ist der eigentliche Höhepunkt. Der gut verständliche Text eignet sich so gleichfalls als Einstieg in den Zusammenhang der „Korean Wave“ wie auch als vertiefende Lektüre für die Beschäftigung mit „Fuyu no Sonata“.

PB