The Politics of Recognition by the Philippine Nikkeijin

Ohno, Shun (2007): “Regaining Japaneseness: The Politics of Recognition by the Philippine Nikkeijin”. In: Asian Studies Review 31: 3. 243–260.

Obwohl die Gemeinschaft der philippinischen nikkeijin im Vergleich zur brasilianischen oder amerikanischen klein ist, verdient sie laut Shun Ohno Beachtung, da ihre Bemühungen von der japanischen Regierung als Personen japanischer Abstammung anerkannt zu werden, dazu beitrugen, dass die Begriffliche Trennung zwischen „Japaner“ und nikkeijin von der japanischen Regierung 2001 neu definiert wurde. Er stützt sich bei seiner Analyse der Hintergründe und Motive der philippinischen nikkeijin-Bewegung sowohl auf Interviews mit philippinischen nikkeijin –  die er von 2001 bis 2006 auf den Philippinen und in Japan führte – als auch auf Primär- und Sekundärquellen.

Die Anfänge der philippinischen nikkei-Bewegung datiert Ohno auf Ende der 1960er Jahre. Charakteristisch für diese erste Phase sei eine gemeinsame Identifizierung als Opfer der japanischen Kriegspolitik und die Forderung nach Wiedergutmachung und auf das Recht in Japan zu arbeiten. Durch das neue japanische Einwanderungsgesetz von 1990 wurde für nikkeijin die Bestimmungen zum Erhalt eines Arbeitsvisums zwar erleichtert, die Mehrheit der philippinischen nikkeijin wurde jedoch von der japanischen Regierung nicht als nikkeijin anerkannt. Sie hätten die japanischen Herkunft durch den Eintrag ihres Namens im koseki des Vaters oder Großvaters nachweisen sollen. Viele Japaner, die vor dem Pazifik-Krieg auf den Philippinen arbeiteten, ließen jedoch ihre philippinischen Frauen und Kinder nicht in ihr koseki eintragen, damit sie die Rechte und Vorteile, die sie durch ihre philippinische Staatszugehörigkeit besaßen, nicht verloren. Im Hauptteil des Artikels schildert Ohno die Anstrengungen der philippinischen nikkeijin, die schließlich dazu führten, dass sie als nikkeijin anerkannt wurden. Viele hätten daraufhin die japanische Staatsbürgerschaft angenommen.

Ohno beschreibt anschaulich und leicht verständlich die Situation und Schwierigkeiten der philippinischen nikkeijin. Die Interview-Beispiele geben einen guten Einblick in die Identitätskonflikte, leider zitiert Ohno aus ihnen nur selten. Betont er zu Anfang noch, dass das nationale Zugehörigkeitsgefühl der philippinischen nikkeijin sehr ambivalent ist (laut einer von ihm zitierten Studie verstehen sich 51% als Filippino, 9% als Japaner und 40% antworteten mit „unknown“), so vereinfacht er in seinem Fazit stark, wenn er davon spricht, dass viele nisei aufgrund ihrer japanischen Erziehung eine japanische Identität hätten, die sie durch den Nationalitätswechsel mit ihrer Nationalität in Einklang bringen wollten; sansei hingegen meist aus wirtschaftlichen Gründen die japanische Staatsbürgerschaft angenommen hätten, sich jedoch als Filippino verstünden.

CS