Whose Fuji? Religion, Region, and State in the Fight for a National Symbol

Bernstein, Andrew (2008): „Whose Fuji? Religion, Region, and State in the Fight for a National Symbol“. In: Monumenta Nipponica 63: 1. 51–99.

Wem gehört der Gipfel des Fuji? Diese Frage ist laut Bernstein seit langer Zeit umstritten. Seit 2004 befindet sich der Gipfel nun endgültig im Eigentum des Sengen-Schreins, der den Fuji als kami verehrt. Das Anrecht auf den Gipfel konnte sich der Schrein in der Tokugawa-Zeit erarbeiten, indem er sich eng an die Familie Tokugawa band. Seit der Meiji-Restauration gehörte der Gipfel dem Staat, da auch alles Land, auf dem sich Schreine befanden, verstaatlicht worden war. Im Staatsshintôismus spielte es schließlich keine Rolle, ob der Schrein selbst formaler Eigentümer seines Grundes war oder ihn vermittelt durch den Staat nutzen konnte. Doch mit der Trennung von Staat und Religion, die die amerikanische Besatzung nach 1945 durchsetzte, wurde die Frage des tatsächlichen Landeigentums wieder relevant.

Der Fuji ist wohl das prominenteste Beispiel für diese Problematik. Besonders umstritten war der Fuji dabei vor allem Anfang der 1950er Jahre, als eine Kommission zu entscheiden hatte, ob er dem Sengen-Schrein zugeschlagen werden sollte. In der öffentlichen Diskussion um den Fuji standen sich verschiedene Akteure erbittert gegenüber. Da es nicht um irgendein Stück Land ging, sondern um ein Symbol für den übersteigerten Nationalismus der Vorkriegszeit, wogten die Emotionen hoch. Neben Schrein und Staat kämpften auch Tourismusverbände und die angrenzenden Präfekturen Shizuoka und Yamanashi um die Kontrolle des Gipfels.

Bernstein stellt diese Diskussionen sehr ausführlich dar und erläutert die Motive der Akteure gut durch Quellen fundiert. Die Geschichte des Streits um den Fuji ist daher ein hervorragendes Beispiel für die komplexen Beziehungen zwischen Staat und Religion in Japan. Der Artikel beschreibt jedoch teilweise sehr detailliert die juristischen Probleme, ohne dass ein breiterer theoretischer Rahmen erkennbar wäre. Dadurch wird die an sich sehr spannende Geschichte unnötig in die Länge gezogen.

CT