Partnership and Parenthood in Post-transitional Societies

Fukuda, Nobutaka (2008): „Partnership and Parenthood in Post-transitional Societies: Will Specters be exorcised?“ In: International Journal of Japanese Sociology : 17. 2–13.

Fukuda vermittelt auf wenigen Seiten einen sehr guten Einblick in die sozialwissenschaftliche Fertilitätsforschung und gibt zusätzlich eine Menge Anregungen zum „Weiterlesen“. Er spricht von einem Fertilitätswandel und einem damit zusammenhängenden Wandel von Partnerschaft und den Vorstellungen darüber und arbeitet zwei Phasen, die sich ideell und ökonomisch erklären lassen, heraus.

Er erklärt die folgenden Zusammenhänge: die Verbindung von Mortalität und Fertilität und die Verbindung von Partnerschaftlichkeit und Fertilität. Bezogen auf den ersten Fall scheint klar, dass die Bevölkerungszahl zwar steigt, aber die Phase der Fertilität auch durch den medizinischen Fortschritt nur marginal verlängert wird. Der zweite Fall hingegen ist sehr viel komplexer und wird von Fukuda in mehreren Schattierungen zunächst angerissen. Er betont jedoch direkt, dass er keinen umfassenden Überblick über die Studien schaffen will, für die „much ink has been spent for so far“ (5).

Sein eigener moderner Ansatz bezieht sich auf die Frauenerwerbstätigkeit, in der er nicht nur eine wirtschaftliche Unterstützung der Familie sieht, sondern auch einen Beitrag zu den Kosten für Erziehung und Ausbildung. Er stellt die Kinderfrage als Kosten-Nutzen-Rechnung dar, denn er spricht die Opportunitätskosten von Geburt und Erziehung direkt an, was ein Problem der industrialisierten Gesellschaften ist. Der sich vollziehende Wandel des Familienbildes wird von ihm als evolutionär in der menschlichen Gesellschaft gesehen (weg von der Großfamilie hin zur Kernfamilie), er ist aber weniger mit der Industrialisierung als mit einem Drang zur Individualisierung und Selbstverwirklichung verbunden. Die bisherige Betrachtung der Zusammengänge wird von ihm als nicht weit genug entwickelt kritisiert, sie müsse zu einer großen Theorie ausgearbeitet werden.

Alles in allem ein schöner Artikel, man hat Spaß beim Lesen! Auch bekommt man Anhaltspunkte zum Weiterlesen, muss allerdings Vorwissen mitbringen. Dieser Artikel eignet sich leider nicht unbedingt für Studenten, die sich einen Überblick über das Phänomen als solches verschaffen wollen – darüberhinaus liefert er einen guten Ansatz zum Weiterdenken.

JAS