The Allied Propaganda Campaign over Japan During the Last Months of World War II

Szasz, Ferenc Morton (2009): “”Pamphlets Away”: The Allied Propaganda Campaign over Japan During the Last Months of World War II”. In: Journal of Popular Culture 42: 3. 530–540.

Das amerikanische Militär tat sich im Pazifik schwer: Während des Zweiten Weltkrieges sollten hier, ähnlich wie in Europa, mit Mitteln der psychologischen Kriegsführung gegnerische Soldaten entmutigt und die Zivilbevölkerung beeinflusst werden. Doch Einsätze vor Ort waren nicht möglich. Der Einsatzraum war zu weiträumig und es war zu riskant, Spione oder Sympathisanten einzusetzen.
Flugblätter wurden zum zentralen Medium für Botschaften an das japanische Militär und die Zivilbevölkerung. Dem Kriegsverlauf folgend zeigt Szasz die Strategie einer psychologischen Kriegsführung aus der Luft. Dabei beleuchtet er auch wie technische Entwicklungen und militärische Erfolge zu einer Neuausrichtung dieser Strategie beitrugen.
Technisch war es die Erfindung der „Monroe bombs“, Bombenbehältern, die ab einer bestimmten Höhe automatisch ihren Inhalt von mehreren tausend Flugblättern freisetzten. Sie machten den bis dahin ungeliebten Abwurf schneller und ungefährlicher für Flugzeug und Besatzung. Andererseits ermöglichte beispielsweise die Eroberung Okinawas den Einsatz von leistungsfähigen Druckerpressen vor Ort statt mobiler, weniger leistungsstarker Einrichtungen.
Szasz stellt die verschiedene Arten und Ausrichtungen der Flugblätter vor, die von der Androhung der Vernichtung hin bis zur Garantie einer humanen Kriegsgefangenschaft reichten. Dabei beurteilt er auch die Wirkung der in den letzten Kriegsmonaten zunehmenden Flugblattabwürfe: Szasz argumentiert quantitativ mit der Menge der zwei Billionen eingesetzten Flugblätter in Bezug auf die Anzahl der japanischen Soldaten, die sich ergaben. Der positiven Bilanz im Bereich der militärischen Einschüchterung und Aufforderung zur Kapitulation der einzelnen Soldaten steht das nicht erreichte Ziel gegenüber, die japanische Bevölkerung zu ziviler Revolte zu bewegen.

Szaszs Artikel ist zwiespältig zu lesen: Einerseits ist er verständlich und informativ. Dadurch ist der Text ein erfolgreicher „Appetitmacher“ und weckt Interesse für das „vergessene“ Thema der psychologischen Kriegsführung mit Flugblättern und deren medientechnische Aspekte.
Andererseits lässt die Länge – oder vielmehr Kürze – des Artikels nicht mehr als eine knappe Einführung zu. So fehlen japanische Quellen und damit auch eine tiefere, qualitative Analyse der Reaktion der eigentlichen Zielgruppe. Zudem wird auf die Abbildungen der Flugblätter verzichtet – die bloße Beschreibung von Abbildungen und Inhalt verschenkt einiges an Potential des Artikels.

PB