Influence of Income on Health Status and Healthcare Utilization in Working Adults

Tokuda, Yasuharu/Ohde, Sachiko et al. (2009): „Influence of Income on Health Status and Healthcare Utilization in Working Adults: An Illustration of Health among the Working Poor in Japan“. In: Japanese Journal of Political Science. 10: 1. 79–92.

In einer repräsentativen Befragung von rund 3000 Teilnehmern wurde vom Team um den Epidemiologen Tokuda der Zusammenhang zwischen Einkommen und Gesundheitszustand der Working Poor in Japan untersucht. Die Working Poor werden zunehmend medial thematisiert, denn ihre steigende Zahl wird zu einem sozioökonomischen Problem in Japan. Politisch hingegen wird dieses Problem bisher wenig angesprochen.

Der Gesundheitszustand eines jeden Menschen wird von vielen Faktoren beeinflusst, so auch von der Integration innerhalb einer Gesellschaft, etwaigen finanziellen Schwierigkeiten oder einer möglicherweise drohenden Arbeitslosigkeit als Stressmoment. So liegt die Frage nach dem Gesundheitszustand der Working Poor in Japan sehr nahe. Tokuda et al erfragen dabei nicht nur die Selbsteinschätzung, sondern auch die Häufigkeit der Arztbesuche, mögliche (Selbst-)Medikation oder auch langfristige Nahrungsergänzung und weitere medizinische Betreuung (z.B. Akkupunktur etc.).

Zunächst weisen Tokuda et al aber darauf hin, dass durch ihre Untersuchung die Masse der Working Poor erst betont wird, da diese nicht offiziell durch den Staat erfasst werde. Im Vergleich zur Gesamtbevölkerung werden Disparitäten in Bezug auf den Gesundheitszustand aufgedeckt. Psychische Probleme werden allerdings nicht berücksichtigt, was durchaus auch als Defizit gewertet werden darf. Working Poor in Japan, so das Ergebnis, haben einen schlechteren Gesundheitszustand als Menschen mittlerer und hoher Einkommensklassen. Dabei gewährleistet das japanische Gesundheitssystem nicht nur jedem Arztbesuche, die Working Poor konsultieren Ärzte genauso häufig wie die Japaner der höheren Einkommensklassen. Aber der Lebensstil, besonders der jungen Working Poor, beeinflusst ihren Gesundheitszustand negativ. Sie handeln risikofreudiger, konsultieren den Arzt zwar in Fällen akuter Erkrankungen, aber nicht zu regelmäßigen Gesundheitschecks, neigen zu schlechter Ernährung und ihre Wohnverhältnisse sind nicht selten elend. Dabei betonen Tokuda et al vor allem auch diejenigen jungen Working Poor, die in Absteigen oder Internetcafés übernachten, weil sie keinen eigenen festen Wohnsitz haben.

Zwar ist der Artikel spannend zu lesen, da Tokuda et al jedoch häufig auf zukünftige Studien verweisen, teilweise wenig befriedigend. Der Artikel setzt eine ausreichende Wissensbasis bezüglich Armut und Ausschließung voraus und ist eher nicht als Einstieg in die Thematik geeignet.

JAS