Japan’s New Recruits

Yano, Masakazu (2013). “Japan’s New Recruits: Victims of the Japanese-Style Family and Japanese-Style Employment”. In: Japan Labor Review 10:1. 62–80.

Mit seinem Aufsatz “Japan’s New Recruits: Victims of the Japanese Style Family and Japanese-Style Employment” versucht der Autor nach eigenen Angaben Probleme der jungen Universitätsabsolventen beim Übergang in den Arbeitsmarkt anhand der Wechselbeziehungen zwischen Universitäten, Familien und Unternehmen zu erklären.

Zu Beginn beschreibt der Autor die Kommerzialisierung der japanischen Universitäten, die im Zuge der Bildungsreform 1991 stattfand. Diese Kommerzialisierung hänge mit der Ausweitung der Universitätsbildung zusammen, die geprägt ist durch eine Zunahme der privaten Universitäten. Da die privaten Universitäten sich anders als öffentliche Universitäten durch Studiengebühren finanzieren, werde durch den Studierendenmangel im Zuge der demographischen Entwicklung der Konkurrenzkampf zwischen den Universitäten verschärft, sodass viele Universitäten sich als „a good university for finding employment“ profilieren wollen. Diesen Trend greift Yano bei seinem Überblick zum Übergang in den Arbeitsmarkt auf, indem er beschreibt, dass sich die Absolventen in drei Gruppen aufteilen ließen: Studierende, die früh, spät oder gar keine Anstellungszusage erhalten. Trotz der Arbeitsmarktkrise habe sich die Beziehung zwischen Universität und Unternehmen dagegen nicht verändert und die inhaltliche Qualifikation durch Universitätsbildung werde immer noch als nicht ausschlaggebend für die Anstellung betrachtet, weshalb der Autor eine extreme Verkürzung der Arbeitsplatzsuche von 15 bis 18 Monaten auf 3 Monate und eine „common first-stage employment examination“ (68) nach Vorbild der Universitätseintrittsprüfung fordert. In der Folge beschäftigt sich der Autor mit einer Beschreibung der „Japanese-Style mass university“ (69–73), die für ihn aus drei Charakteristika bestehe: „the requirement to be 18“, „the emphasis on graduation“ und „the expectation that parents bear the financial burden“ (70).  Während die Betonung des Universitätsabschlusses ein Charakteristikum des „Japanese-stlye employment“ sei, sei die elterliche Pflicht, für die Bildung der Kinder aufzukommen, Kennzeichen der „Japanese-style family“. Mehr noch als die rechtlichen Rahmenbedingungen für die Universitätsbildung und den Übergang in den Arbeitsmarkt zu ändern, fordert Yano: „In order to resolve the problems of Japan’s new recruits and employment, what is required is not only a connection between university and employment, but also a lifetime policy for changing the very structure of society.“ (79). Eine Kernforderung, die er seit über 30 Jahren schon vertritt, sei dabei die Pflicht der Kinder, für ihre eigenen Bildungsschulden aufzukommen. Er unterteilt die aktuelle „lifetime policy“ in Japan in die drei Prinzipien Eigenverantwortung, gesellschaftliche Verantwortung und familiäre Verantwortung. Hierbei kritisiert er, dass die familiäre Verantwortung, die in Zusammenhang mit der „Japanese-style mass university“ und der „Japanese-style family“ stehen, die aktuelle „lifetime policy“ dysfunktional werden lasse und plädiert für ein mehr an Eigenverantwortung und/oder gesellschaftlicher Verantwortung.

Insgesamt wirken die Ausführungen des Autors unzusammenhängend und willkürlich. Selten führt Yano Belege für seine Thesen an und unter den Quellenangaben finden sich unter sieben Quellen gleich drei Aufsätze, die er selbst mitverfasst hat. Die aktuelle Arbeitsmarktkrise junger Japaner dient dabei nur als Aufhänger, um seinen Anspruch, grundlegende Gesellschaftsreformen durchzuführen, zu untermauern. Der Aufsatztitel wirkt auf den ersten Blick sehr interessant und animiert zum Lesen, jedoch ist hier viel mehr Schein als Sein. Erst bei der Beschreibung der „Japanese-Style mass university“ (69–73) wird klar, was der Aufsatztitel überhaupt bedeuten soll. Auch wenn viele richtige und wichtige Angaben vorzufinden sind, sind diese selten durch Quellen untermauert und insgesamt fehlt dem Aufsatz der rote Faden. Der Autor neigt zudem dazu, in einen belehrenden und oftmals polemischen Schreibstil zu verfallen. Insgesamt ist dieser Aufsatz zu Jugend, Bildungssystem und Arbeitsmarkt nicht zu empfehlen.

AJ